Archiv der Kategorie 'Kleine Commons'

Der Warteschlangenhack oder: Wann ist etwas ein Commons?

Warteschlangenhack
Via mogreens

Das soll ein Commons sein?
Meiner Meinung nach schon! Was ist die Ressource? Das ist in diesem Fall eine ganz besonders knappe: Die ungeteilte Aufmerksamkeit und Zeit der Beamten hinter dem Schalter. Die scheinen gerade Pause zu machen. Das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ist bekannt, meistens stellt man sich also in eine Schlange. So weit, so bekannt.
Die Commoners sind die Wartenden, die wohl eine ganze Menge Zeit mitgebracht haben müssen.
Was ist nun mit dem Commoning? Hier scheint es sich um eine längere Pause und um ein warmes Land zu handeln, und so treffen die Wartenden die Abmachung, dass ihr Platz in der Warteschlange durch ihre Schuhe repräsentiert wird. So kann sich jeder auf eine bequeme Bank setzen und einen Tee trinken, statt sich in der Hitze die Beine in den Bauch zu stehen. Toll! Und diese Abmachung scheint von den Beamten respektiert zu werden.

Auch hier sieht man wieder: Ein Commons ist nicht, ein Commons wird von Menschen gemacht! Denn dass Warteschlangen auch anders gehen, sieht man bei der Deutschen Bahn oder der Arbeitsagentur. Zettel ziehen, warten. Das ist aber keine Regel, die die Wartenden gemeinsam getroffen haben, sondern die von der Institution vorgegeben wird, also auch kein Commons.

Trümmdischfaad

Wann habt ihr das letzte Mal einen Trimm-dich-Pfad gesehen oder genutzt? Ich habe letztes Jahr einen in der Nähe eines Feriendorfs bei Sontra gesehen. Einige der Geräte waren aus Holz und schon dezent einsturzgefährdet, aber es hat Spaß gemacht darauf zu klettern und daran herumzuhangeln. Entstanden sind diese Sport-Allmenden während der Trimm-dich-Bewegung in den Siebzigern, und wurden von den Kommunen oder den örtlichen Sportvereinen gepflegt. Heute haben diese aber bekanntlich kaum noch Geld, und das Interesse an den Geräten scheint auch verloren gegangen zu sein. Schade eigentlich, denn das Konzept ist nicht schlecht, wenn man nicht „nur“ durch den Wald rennen möchte. Ein weiterer Punkt, der Trimm-dich-Geräte auszeichnet, ist dass sie weitestgehend aus Naturmaterialien bestehen, und wenig Fremdkörper in den Wald bringen sollen. Klingt doch eigentlich toll. Die Künstlergruppe We Are Visual, die vielleicht durch ihren Ad-bust des Hamburger Apple-Stores bekannt sind (Link gibts hier), bringen den Trimm-dich-Pfad nun in die Stadt, und nutzen was vorhanden ist.

„Der „Trümmdischfaad“ zu hochdeutsch “Trimm Dich Pfad”. In den 70zigern eine in Allmenden der deutschen Städte normal anzufindene, mit den Jahren ausgestorbene, Bereicherung des öffentlichen Raumes. Dieses Form von Ertüchtigungen versuchen wir in einem, mehren Städte umfassenden Programm, wieder aufleben zu lassen. Start für das “Trimm dich” Projekt von .wav bildet das Programm vom „Betriebsausflug“ in Leipzig. betriebsausflug.cc.“

Auch eine schöne Aktion von .wav ist das Bahnrad, welches das Straßenbahnnetz nutzt:

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