Der Warteschlangenhack oder: Wann ist etwas ein Commons?

Warteschlangenhack
Via mogreens

Das soll ein Commons sein?
Meiner Meinung nach schon! Was ist die Ressource? Das ist in diesem Fall eine ganz besonders knappe: Die ungeteilte Aufmerksamkeit und Zeit der Beamten hinter dem Schalter. Die scheinen gerade Pause zu machen. Das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ ist bekannt, meistens stellt man sich also in eine Schlange. So weit, so bekannt.
Die Commoners sind die Wartenden, die wohl eine ganze Menge Zeit mitgebracht haben müssen.
Was ist nun mit dem Commoning? Hier scheint es sich um eine längere Pause und um ein warmes Land zu handeln, und so treffen die Wartenden die Abmachung, dass ihr Platz in der Warteschlange durch ihre Schuhe repräsentiert wird. So kann sich jeder auf eine bequeme Bank setzen und einen Tee trinken, statt sich in der Hitze die Beine in den Bauch zu stehen. Toll! Und diese Abmachung scheint von den Beamten respektiert zu werden.

Auch hier sieht man wieder: Ein Commons ist nicht, ein Commons wird von Menschen gemacht! Denn dass Warteschlangen auch anders gehen, sieht man bei der Deutschen Bahn oder der Arbeitsagentur. Zettel ziehen, warten. Das ist aber keine Regel, die die Wartenden gemeinsam getroffen haben, sondern die von der Institution vorgegeben wird, also auch kein Commons.